Musik aus der „Ki-Dose“: Suno

Wer heute mit KI und Musik arbeiten will stolpert automatisch über einen inzwischen recht bekannten Anbieter: SunoAi. Suno betreibt ein Portal, in dem man direkt seine musikalischen und klanglichen Ideen per künstlicher Intelligenz herstellen kann.
Man tippt einfach ein was man hören möchte und die KI erzeugt sogar mehrspurig eine Version oder Vorstellung von dem, was man eingetippt hat. Das klappt mal mehr mal weniger gut, kann sogar bearbeitet werden und ja, bedingt ist es sogar einsetzbar. Man kann auch eigenes Material hochladen und sich dazu neue Instrumente und Stimmen erzeugen lassen. Alles sehr spannend, manches sogar inspirierend.

Man muss dazu sagen, dass dies vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung im KI-Bereich sicher mehr Spass macht als reine Textbearbeitung. Dennoch sorgt es am Ende kaum für wirklich Neues, sondern es nutzt ja nur das, was dort in Datenbanken gespeichert wurde. Allerdings übertrifft es die Sampling-Technologie, die Mitte / Ende der 1980er Jahre kam, erheblich.
Musikalische Kenntnisse werden nicht vermittelt, sind auch nicht nötig, aber natürlich sehr hilfreich, wenn es dann doch ins „Eingemachte“ geht.

Ganz klar, für viele (Musikfans und auch Laien) ist dies schon eine klare Verbesserung zu dem, was sie sonst musikalisch mit eigenen Fähigkeiten herstellen können. Dazu ermöglicht es auch eine schnelle Produktion von generischer Musik, die man z. B. auch für die unzähligen Posts und Mems in den sozialen Medien einsetzen kann. Hier ist der Bedarf gross. Kosten darf das alles ja auch nicht viel und Suno ist mit
10 kostenlosen „Songs“ im Monat auch noch Einsteiger freundlich. Allerdings kann man die erzeugte Musik auch noch anpassen und ändern, so dass der Eindruck („ach, das hat man schon 1000 mal so ähnlich gehört“) sich schon noch verbessern lässt. Als Musiker kann so natürlich noch viel mehr herausholen und dies mit eigenen Ideen ergänzen und weiter bearbeiten. Darum gehört Suno bei den Profis schon zu den Top-Werkzeugen.

Will man die Musik aber kommerziell einsetzen braucht man schon eine bezahlten Account.
Der Einstiegspreis liegt bei 7 Euro, bei der Pro-Version schon bei 22 Euro im Monat.
Es ist immer noch günstiger und einfacher als Saxophon spielen zu lernen, vollkommen klar.
Dazu sind bei diesen erzeugten Titel dann aber auch keine Gema-Abgaben oder Rechte-Probleme zu erwarten, oder etwa doch?

Genau das ist die Frage, denn vieles davon klingt einfach so wie von Künstlern, die das schon mal veröffentlicht haben. Besonders dramatisch wird es, wenn Gesang mit Text dazu kommt.
Ein kopierter Text von bekannten Künstlern ist immer noch eine Urheberrechtsverletzung.
Eine leicht geänderte Melodie kann immer noch rechtliche Probleme bereiten. Suno klärt nicht darüber auf, wie eigentlich solche Nutzungen im Zeitalter von totaler Vernetzung zu handhaben sind, vor allem wenn einen Rechtekette gar nicht zweifelsfrei geklärt werden kann („aber die KI hat doch meinen Song gebaut und ich habe ja nur ‚gepromptet‘ was ich möchte – wem gehört jetzt was?“).

Hierzu noch einige Interessante Beiträge auf Youtube zu KI in der Musik und Suno:
https://www.youtube.com/watch?v=h7veFpmHzc4
https://www.youtube.com/watch?v=biTjzYqQRCg