Man glaubt ja immer kaum, wie schnell die Zeit vergeht. Ist es wirklich schon knapp 20 Jahre her, dass das erste iPhone das Licht der Welt erblickte? 2006 war noch das letzte Jahr ohne iPhone. Im Januar 2007 stellte Steve Jobs nach rund zweieinhalb Jahren Entwicklung vor Publikum und Presse im Moscone Center in San Francisco das erste iPhone vor. In den Verkauf kam es in den USA Ende Juni 2007. In Deutschland ging der Verkauf am 9. November 2007 los. Exklusivpartner war T-Mobile. Das 8-GB-Modell kostete 399 Euro, nur mit Zweijahresvertrag, und wurde in Telekom-Shops und im T-Mobile-Onlineshop verkauft. Die Partnerschaft hatten Apple und T-Mobile am 19. September 2007 in Berlin bekannt gegeben; Steve Jobs war dabei. In der Nacht zum 9. November öffnete ein T-Punkt in Köln als erster Laden, mit Schlangen davor.
Damals war die Landschaft mobiler Geräte noch aufgeteilt in sogenannte Smartphones, die nicht besonders smart waren, und Handys, die sich oft einfach nur schwer bedienen ließen. Jobs stellte dann im Januar 2007 gleich drei Produkte in einem vor: einen iPod mit Touch-Display, ein einfach zu bedienendes Telefon und einen mobilen Webbrowser. Das Konzept wurde dann auch prompt von allen Herstellern nach und nach kopiert, die zahllosen anderen Geräte waren fast über Nacht total veraltet.
Aber das iPhone hat noch mehr verändert. Im Sinne von Steve Jobs hat es nicht nur ein „revolutionäres mobiles Telefon“ gebracht, sondern es veränderte auch das gesamte digitale Leben mit einem Schlag.
Waren wir noch als Kinder vom Enterprise Kommunikator begeistert, so kann man seit 2007 auch Filme unterwegs ansehen und auch durch die ganze Welt virtuell surfen. Das übertraf fast noch das, was man in den 60er Jahren noch als Utopie im TV sah.
Aber es hat noch mehr mitgebracht. Da das mobile Phone nun jedermann begleitet, hat es eine neue Abhängigkeit geschaffen. Ob nun Zugriff zum Bankkonto, Ausweis, digitale Fahrkarte – ohne das Smartphone geht fast nichts mehr. Das ist keine gute Entwicklung und was vor 20 Jahren so nur als „technische Revolution“ gefeiert wurde, entwickelt sich mehr und mehr zur digitalen Falle.
Was, wenn der Akku leer ist, oder die App nicht mehr startet, weil das Betriebssystem veraltet ist (weil das Phone nicht die neueste Generation ist)? All das führt nicht zu neuer Freiheit, sondern zu neuen Problemen. Vor allem ältere Menschen und solche, die sich den Trend nicht leisten können, werden abgehängt. Hier muss die Gesellschaft gegensteuern. Darum unserer Forderung: keine reinen digitalen Ausweise auf dem iPhone, kein Zugriff auf das Konto nur mit Smartphone. Ein analoges Leben muss weiterhin möglich sein.
Als Steve Jobs das neue iPhone stolz präsentierte, war das alles noch nicht in Sicht. Auch nicht, ob das iPhone sich überhaupt durchsetzen würde. Er selbst war vom Produkt überzeugt und sein Ansinnen, von benutzbaren und spassmachenden Geräten stand da im Vordergrund. Von daher darf man hier nicht zu streng über die Entwicklung heute urteilen, denn es ist wie mit allem in der Welt, es kommt darauf an, was aus einer Entwicklung am Ende gemacht wird.
Dazu die Story vom iPhone: https://www.youtube.com/watch?v=CRQcjvDtrPs
Wir empfehlen hierzu die Präsentation von damals. Sie ist historisch und zugleich auch ein Sinnbild für die Zeit vor 20 Jahren. Begeisterung für eine Technik, die Menschen Spass macht.


